Erfolgsfaktor Vernetzung – so klappt's, hier hapert's
Im Juni 2009 wurde als Qualifikationsmaßnahme im Rahmen des Modellvorhabens eine Fachexkursion veranstaltet. Die Gruppe bestand aus knapp zwanzig Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Insgesamt wurden vier Orte angefahren:
- Lebenshilfe Kreisvereinigung Ahrweiler e.V., 53489 Sinzig (Modelleinrichtung des Modellvorhabens)
- Lebenshilfe Trier, Hofgut Serrig, 54455 Serrig
- Lebenshilfe f. MmB Obere Saar, Wintringer Hof, 66271 Kleinblittersdorf
- Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V. Bad Dürkheim, Kleinsägmühler Hof, 67317 Altleiningen
Ziel der Exkursion war zum einen, dass die Projektbeteiligten beispielhafte Grüne Werkstätten und neue Facetten der Arbeit von Menschen mit Behinderung in der Landwirtschaft kennenlernen und so Anregungen für die eigene Arbeit bekommen. Zum anderen dass sich die Projektbeteiligten des Modellvorhabens untereinander persönlich kennenlernen und auf dieser Grundlage besser auch über Distanz miteinander arbeiten können. Außerdem stand bei jedem Besuch auch immer das Thema „Vernetzung – wie, mit wem und wie läuft es?“ im Mittelpunkt. Dabei waren Berichte über das Verhältnis zur Nachbarschaft genauso interessant wie Kontakte zu landwirtschaftlichen Betrieben oder anderen Unternehmen sowie zur Gemeinde.
Als Auftakt stellte die Lebenshilfe Ahrweiler e.V. bei einem Ortstermin ihr Projekt vor, das sie im Rahmen des Modellvorhabens umsetzen möchte.
Beim Besuch der weiteren Einrichtungen zeigten sich viele Parallelen zu den Projektideen, die im Rahmen des Modellvorhabens umgesetzt werden sollen. So wurde natürlich an allen Orten ausführlich über die Erfahrungen mit der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung berichtet. Angefangen von rechtlichen Fragen bis hin zu Arbeitsorganisation, Betreuung und Entlohnung. Die Einrichtungen gaben Einblick in eine Vielzahl an Möglichkeiten, wie „Arbeit in der Landwirtschaft“ für Menschen mit Behinderung aussehen kann. Dazu zählt landwirtschaftliche Arbeit auf dem Feld und im Gewächshaus (z.B. Wintringer Hof: Obstbau, Gemüsebau) genauso wie Arbeiten im Stall (z.B. Hofgut Serrig: Hühner, Schweine, Schafe, Mutterkühe, Masthähnchen, Mastputen, Gänse).
Auch bei der Verarbeitung der landwirtschaftlichen Produkte, gibt es viele Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung. So ist die Herstellung von Fleisch- und Wurstwaren (Hofgut Serrig) sowie von Backwaren (Kleinsägmühler Hof) ein geeigneter Arbeitsbereich. Bei den Hofläden, die generell als Arbeitsort gut geeignet sind, zeigten sich bei den besuchten Einrichtungen ganz verschiedene Typen (Hofgut Serrig: Hofladen mit Schwerpunkt Metzgerei, eingerichtet auf den Besuch von Gruppen;, Wintringer Hof (Hofladen integriert in eine Gärtnerei), Kleinsägmühlerhof: kleiner persönlicher Hofladen mit breiten Sortiment). Verbreitetet sind auch Tätigkeiten im Garten- und Landschaftsbau, mit denen durch die Möglichkeit von Außenarbeitsplätzen auch eine gute Vernetzung einhergeht (Wintringer Hof).
Am Ende gingen viele aus der Gruppe der Teilnehmenden mit festen Verabredungen für einen weiteren Austausch und auch gegenseitigen Besuchen auseinander. Durch das persönliche Kennenlernen ist die Schwelle, bei Fragen Kontakt aufzunehmen deutlich niedriger geworden und stärkte das Zusammengehörigkeitsgefühl der Projektbeteiligten.
