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Die Lebenshilfe Detmold

Die Lebenshilfe Detmold wurde 1962 als eine der ersten Lebenshilfe-Einrichtungen in Deutschland gegründet. Sie ist dezentral strukturiert, das heißt sie hat eine Hauptwerkstatt namens Johanettental mit 180 Menschen mit Behinderung und sechs weitere Außenstellen. Insgesamt arbeiten 700 Menschen mit geistigen, psychischen und Lernbehinderungen in den Werkstätten und vor allem in der industriellen Beschäftigung. Im Grünen Bereich sind 135 Menschen tätig. Die WfBM Detmold bewirtschaftet eine Fläche von insgesamt 40,5 Hektar, wovon auf 34 Hektar Obst und auf 6,5 Hektar Gemüse erzeugt werden. Besonderheiten sind zwei Obstbaugruppen, die Obstverarbeitung und die Vermarktung über Hofläden.



Die Außenstelle Lohmannshof

Apfelbaum
Apfelbäume auf der Bioland zertifizierten Plantage auf dem Lohmannshof

Der Lohmannshof mit einer Fläche von 10 Hektar Acker wurde 1986 von der Lebenshilfe erworben und seit 1993 nach Bioland-Richtlinien bewirtschaftet. Auf dieser Fläche stehen heute 54 Reihen Intensivobst bzw. 60 Apfelsorten. Zusätzlich werden an geeigneten Stellen Sanddorn und andere Früchte angebaut, die zu Fruchtaufstrichen oder Mischsäften verarbeitet werden.

Auf dem Lohmannshof gibt es fünf Arbeitsbereiche: Mosterei, Gemüsebau, Obstbau, Zierpflanzenbau und Hauswirtschaft (sechs Personen), in denen jeweils etwa 20 Personen und zwei Hauptamtliche (zum Beispiel Baumschulmeister und Obstbaumeister) sowie Praktikanten oder Zivildienstleistende arbeiten. Im Betrieb sind insgesamt etwa 80 behinderte und 17 hauptamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie etwa acht Zivildienstleistende beschäftigt. Das Betreuer- Betreutenverhältnis liegt bei etwa eins zu sechs bis eins zu acht. In der Pflege und Ernte der Äpfel sind 18 geistig behinderte Männer beschäftigt. Ihre Aufgaben umfassen das teilweise gefährliche Schneiden der Bäume bis Ende März, Wegräumen und Häckseln der Zweige und des Fallobstes, Laub häckseln, abräumen und kompostieren, Nützlingsbehausungen am Baum unterhalten etc. Die Anlage wird sehr intensiv bewirtschaftet, um dem größten Feind, dem Apfelschorf, keine Lebensgrundlage zu geben. Wenn nötig werden die Bäume mit Kupfer bzw. Schwefel im Splittingverfahren gespritzt. Zwei Imker halten in der Anlage 20 Bienenvölker.



Obstverarbeitung und Vermarktung in der Außenstelle Lohmannshof

In der Mosterei werden jährlich etwa 60 Tonnen Streuobstäpfel, zehn Tonnen Sauerkirschen, fünf Tonnen Rhabarber, sieben Tonnen Quitten, zwei Tonnen Holunder, eine Tonne Sanddorn und eine Tonne Stachelbeeren verarbeitet. Stündlich werden 2.000 Flaschen Saft abgefüllt. Das Arbeitstempo ist an die dort beschäftigten Menschen angepasst. In dem Flaschenlager haben 100.000 Flaschen Platz. Damit können die Abfüllung und die Bereitstellung der Arbeitsplätze das ganze Jahr über erfolgen.

Mitarbeiter an Maschine
Kontrolle auf Sauberkeit nach der Flaschenwäsche durch einen betreuten Mitarbeiter in der Mosterei

In den Monaten September bis November werden Äpfel aus der Bevölkerung angenommen. Die Vergütung der Lieferungen erfolgt in einem Gutscheinverfahren mit dem Ziel, die Kunden an die Läden zu binden. Für 100 Kilogramm gelieferte Früchte erhalten die privaten Zulieferer einen Gutschein für 45 Flaschen aus dem Sortiment der Mosterei (ein Kilogramm Obst entspricht 40 Eurocent Ermäßigung), Geld wird nicht ausgezahlt. Eine Flasche Streuobstsaft kostet 95 Eurocent, eine Flasche zertifizierter Bioland-Apfelsaft aus den eigenen Anlagen kostet 1,35 Euro. In der Mosterei werden nicht nur eigene Früchte verarbeitet oder abgefüllt. Da die Kunden ein großes Angebot an Säften erwarten, wird zum Beispiel auch Orangensaft aus Konzentrat hergestellt und hier abgefüllt. Auch Zutaten für Gemüsesäfte, wie Rote Bete und Möhren, werden zugekauft. Insgesamt werden 18 verschiedene Fruchtsäfte angeboten. Die Obsterzeugnisse werden zu 90 Prozent über zwei eigene Hofläden, einen Großhändler und einen Naturkostladen in Detmold vermarktet.



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