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Altenkirchen 2004: Adolf Rütti

Adolf Rütti
Adolf Rütti

Es folgte eine Beschreibung der Lage in der Schweiz. Dieser Teil begann mit einem Bericht von Adolf Rütti von der Stiftung Landwirtschaft und Behinderte aus Bruck in der Schweiz. Er gab einen Überblick über die Situation der Landwirtschaft, die durch folgende Punkte gekennzeichnet ist:


  • Der Strukturwandel ist noch nicht abgeschlossen.
  • Die Landwirtschaft befindet sich immer noch in der Entwicklung zur Intensivierung, indem immer weniger Arbeitskräfte in der Landwirtschaft eingesetzt werden.
  • Auch weiterhin ist ein Trend zur Spezialisierung zu beobachten, wobei es intensive Bemühungen gibt, Alternativen zu bisherigen Betriebszweigen aufzubauen, indem beispielsweise Produkte weiterverarbeitet werden oder der Tourismus ausgeweitet wird.


Adolf Rütti beschrieb anschließend das Betriebsbeispiel Stiftung Landwirtschaft und Behinderte. Personen aus der Landwirtschaft und aus dem Sozialbereich haben sich 1987 zu einer Arbeitsgruppe zusammengeschlossen mit dem Ziel, für Menschen mit geistiger Behinderung Wohn- und Arbeitsplätze auf landwirtschaftlichen Betrieben einzurichten. Im Rahmen eines Pilotprojektes wurden im Züricher Oberland Plätze zur Verfügung gestellt und an Personen mit geistiger Behinderung vermittelt. Die ersten begleiteten Wohn- und Arbeitsverhältnisse gestalteten sich positiv. Auf Grund dieser Erfahrungen wurde im Oktober 1994 die Stiftung Landwirtschaft für Behinderte begründet mit der Absicht, für ein gesamtschweizerisches Projekt die idealen Bedingungen zu realisieren und die notwendigen finanziellen Mittel zu schaffen.

Derzeit betreut die Stiftung ca. 65 behinderte Menschen in 60 Betreuerfamilien. Die Geschäftsstelle verhandelt mit der Bauernfamilie die Entschädigung für Kost, Logis und Betreuung. Gemeinsam wird der Lohn festgelegt, den der behinderte Mitarbeiter zu erhalten hat. Als Eigenschaften für die ideale Betreuungsperson nennt Herr Rütti einen „gesunden Menschenverstand“, „das Herz am richtigen Fleck“ und „Nerven wie Drahtseile“. Damit macht er auch deutlich, dass in der Praxis immer wieder Gesprächsbedarf entsteht, um die täglichen Probleme in der Zusammenarbeit zu lösen. Dabei kommt es auch zu Fällen, in denen eine weitere Zusammenarbeit nicht möglich erscheint, sodass eine Alternative aufgebaut werden muss.



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